Geschichte

Wir stehen seit über 90 Jahren vielen Tausend Studentinnen und Studenten als Partner hilfreich zur Seite. Wohnen, Verpflegung, Studienfinanzierung, Sozialberatung und Kinderbetreuung – für die Kommilitonen heute selbstverständlicher Bestandteil eines erfolgreichen Studiums. 1922, als unser Unternehmen als Selbsthilfeorganisation von Studierenden für Studierende gegründet wurde, war das noch ganz anders. Informieren Sie sich über unsere Geschichte, von damals bis heute:

  • Schwierige Anfangssituation: 1918

    In der politisch und wirtschaftlich schwierigen Situation nach dem 1. Weltkrieg war die Wohnungsnot in Münster, verstärkt durch die zahlreichen Kriegsheimkehrer, groß. Die wirtschaftliche Not wurde durch die einsetzende Inflation noch verstärkt.

    Die Lage auf dem Arbeitsmarkt war angespannt, immer weniger Studierende konnten durch Werksarbeit ihr Studium finanzieren. Da  vom Staat keine Hilfe zu erwarten war, versuchte man in Selbsthilfe die Not zu lindern. Die Studentenhilfe Münster e.V. gründete sich. Mit dem Erwerb des Cafés am Aasee und dessen Umbau zum  Studentenhaus – später und bis heute das Stammhaus des Studierendenwerks Münster – etablierte sich die Studentenhilfe im Jahr 1932 endgültig.

    Preiswert essen in der Studentenküche

    Nach Kriegsende kümmerte sich die Studentenhilfe zunächst um die Abgabe eines verbilligten Essens. Die erste Studentenküche Münsters versorgte 1919 hungrige Nachwuchswissenschaftler. Je 300 Essen wurden im Keller des alten Universitätsgebäudes am Domplatz mittags und abends ausgegeben. Die Studentenzahl stieg in dieser Zeit sprunghaft an. 1920 zählte die Westfälische Wilhelms-Universität 4722 Immatrikulierte.

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    Armenküche in Münster um 1920

     

    Die Studentenküche musste – und konnte – erweitert werden, rund 900 Mahlzeiten verzehrten die hungrigen Studierenden mittags.  Und zwar zügig, denn nur 130 Sitzplätze standen zur Verfügung. So mussten die Plätze für die schon wartenden Kommilitonen schnell wieder geräumt werden.

  • Mit Selbsthilfe gegen die Notlage: 1922

    Am 17. Februar 1922 waren mit Gründung der „Studentenhilfe Münster e.V.“ neue Strukturen geschaffen. In der Satzung definierte der Verein seine Aufgaben, unter anderem: „… Einrichtungen zu schaffen und zu unterhalten, die die Notlage der Studierenden steuern“. Denn: Das Deutsche Reich litt noch unter den Folgen des Ersten Weltkrieges und steuerte bereits auf die Wirtschaftskrise zu. Daneben richteten sich die Bemühungen auf die Förderung der studentischen Selbsthilfebestrebungen. Über die Ausgabe preiswerten Essens und das Angebot von Freitischen hinaus kümmerte sich die Selbsthilfeeinrichtung um finanzielle Hilfe, Gesundheitsfürsorge, Arbeitsvermittlung und die verbilligte Abgabe von Büchern.

    Mit einem Übersetzerdienst und einer Schreibstube bot man den Studenten eine Quelle für eigene Einkünfte. Dazu wurde Wohnraum zunächst vermittelt, in späteren Jahren dann günstig vermietet. Mit dem Beitritt zur Dachorganisation konnte die Studentenhilfe in Münster schließlich auch langfristige Darlehen ausgeben. Zuvor gab es lediglich eine kurzfristige, durch Studentenbeiträge und Spenden ermöglichte finanzielle Hilfe.

    Die Gesundheitsfürsorge konnte unter Beteiligung der Medizinischen Klinik in den frühen 20er-Jahren etabliert werden. Die Studierenden mussten sich im ersten und fünften Semester einer Röntgen- Reihenuntersuchung unterziehen. Landerholungsaufenthalte und Tuberkulose-Kuren finanzierte die Studentenhilfe gemeinsam mit dem Gesundheitsamt.

    Parallelen Kernaufgaben gestern und heute
    An den Kernaufgaben des Studentenwerks hat sich seither wenig verändert. Die ehemals studentische Selbsthilfeorganisation hat sich im Laufe von nunmehr 90 Jahren allerdings zu einem modernen  Dienstleistungsunternehmen mit öffentlichem Sozialauftrag des Landes Nordrhein-Westfalen weiterentwickelt. Zu einem Dienstleister, der heute mit über 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus mehr als 20 Nationen für die fast 50.000 Studierenden und mehr als 3.000 Bediensteten der fünf Hochschulen in Münster und Steinfurt hochwertige Service- und Beratungsdienstleistungen in den Bereichen Verpflegung, Wohnraum, Studienfinanzierung und Kinderbetreuung erbringt.
    Der freie Wohnungsmarkt in der Stadt war nach dem Ersten Weltkrieg knapp. Ein Thema, das die Studierenden in der Universitätsstadt oftmals vor große Probleme stellte. Die wenigen Wohnheime – etwa das katholische Collegium Borromaeum und der evangelische Hermann-Stift – boten in diesen bewegten Zeiten lediglich Plätze für Theologiestudenten. Ein Aufruf des Uni-Rektors erschien 1919 in der Tagespresse unter der Schlagzeile „Auch nicht beheizbare Zimmer werden von unseren Studierenden mit Dank angenommen“. Parallelen zur Neuzeit sind nicht zu übersehen.

    Aufrufe aus Politik und Stadtverwaltung an die Bürgerschaft, nicht genutzten Wohnraum bereitzustellen, sind nach wie vor regelmäßig zum Studienstart zu lesen. Notunterkünfte richtete das Studentenwerk in seiner Wohnanlage am Wilhelmskamp zuletzt zu Beginn der Wintersemester 2011 und 2012 ein. In den 20er-Jahren übernahmen Studierende ehrenamtlich die Aufgabe einer Zimmerbörse. Auch heute bemühen sich die Studierendenvertreter von AStA und ASV um die Vermittlung von bezahlbarem Wohnraum. Der wird in schöner Regelmäßigkeit besonders knapp, wenn alle Wohnplätze des Studierendenwerks Münster voll belegt sind.

    Die Finanzierung des Studiums war und ist ein weiteres wichtiges Stichwort im Studienalltag. Eine Statistik besagt: In Münster müssen 44 Prozent der Studierenden jobben, um ihr Studium zu finanzieren. Es könnten Zahlen von heute sein. Aber siehe da: Diese Statistik stammt aus dem Sommer 1922! Damals unterstützte die münsterische Studentenhilfe die Suche nach Beschäftigung. Kellnern in der Mensa sicherte den Freitisch, mit guten Sprachkenntnissen konnten Studierende beim „Aküdo“ (Akademischer Übersetzungs- und Dolmetscherdienst) Geld zur Studienfinanzierung verdienen.

    Auch die Kultur sollte einst trotz eines Studentenlebens nahe der Armutsgrenze nicht zu kurz kommen: Das Vergünstigungsamt der Studentenhilfe verkaufte verbilligte Theater-, Konzert- und Kinokarten. Ein Prinzip, das auch noch heute noch Geltung hat an Kino- und Theaterkassen.

    Und schließlich hielt sich das Wort „Freitisch“ bis heute. In den Zwanzigern musste man dafür, wie eben erwähnt, noch bei der Essensausgabe helfen. Heute bietet die Sozialberatung die „Freitischkarte“ an für Studierende, die sich nachweisbar in einer finanziellen Notlage befinden, und lädt die Mensa-Karte mit 50 Euro auf.

  • Das Studentenhaus am Aasee: 1929

    Das Jahr 1932 bedeutet rückblickend einen, wenn nicht den Höhepunkt im Wirken der Studentenhilfe Münster mit der feierlichen Einweihung des Studentenhauses am Aasee. Neben den drei großen Sälen ermöglichte die große neue Mensa eine verbesserte Versorgung mit 400 Sitzplätzen in hellen Räumen.

    Um 1929 konkretisierten sich Pläne der Studentenhilfe, ein Studentenhaus zu erwerben. In der Bismarckallee am Aasee diente ein ehemaliges Strandcafé dem Telegraphenamt als Materiallager. In zähen Verhandlungen und mit kräftiger Unterstützung des Kurators der Universität gelang es, Finanzhilfen für den Erwerb und den Umbau des Hauses Bismarckallee 11 zu erhalten. Es beteiligten sich das Deutsche Studentenwerk, die Stadt Münster und die Provinz Westfalen.

    Anfang 1932 dann die Einweihung. Das Gebäude bot mit Hauptsaal, Nebensaal und dem Terrassensaal mit seinem schönen Aasee-Blick für damalige Verhältnisse viel Platz. Die Küchenanlage und mehrere Nebenräume lagen im Erdgeschoss.
    Im Obergeschoss richtete man einen großen Festsaal mit seiner zum Aasee ausgerichteten Terrasse ein, dazu eine Bibliothek mit Lesezimmer sowie die Geschäftsräume der Studentenhilfe. Im  Kellergeschoss befanden sich eine geräumige Garderobe und die für den Küchen- und Hausbetrieb erforderlichen Nebenräume. Herzstück des neuen Hauses war jedoch eindeutig die Mensa, die eine schnelle Essensausgabe sicherstellte.

  • Die Gleichschaltung begann: 1934

    In den 1920er-Jahren blieben die örtlichen Wirtschaftskörper gegenüber ihrem Dachverband stets selbstständig. Das änderte sich ab 1933. Die rechtlich unabhängigen Studentenwerke wurden vom Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung aufgelöst und mit der „Reichsverordnung über die Bildung eines Reichsstudentenwerks“ vom 2. November 1934 als unselbstständige Teilanstalten in das Reichsstudentenwerk mit Sitz in Berlin überführt. In der NS-Zeit kam es binnen weniger Jahre zu einer völligen Umstrukturierung des bisherigen Systems der örtlichen Studentenhilfswerke. Auch die Studentenhilfe Münster blieb von der Politik der Zentralisierung und Gleichschaltung nicht verschont und firmierte als Dienststelle des Reichsstudentenwerks. Die Behörde behielt sich vor, die Leiter der örtlichen Dienststellen zu ernennen. Nicht nur die Umwandlung in ein Studentenwerk Münster e.V. in Rechtsform einer öffentlich-rechtlichen Anstalt mit Gesetz vom 6. Juli 1938 zeugte vom neuen politischen Wind. Der Studentenhilfe Münster, einst geschaffen aus Eigeninitiative der hiesigen Studentenschaft, wurde nach den Anweisungen des Reichsstudentenwerks per Dekret eine neue Satzung verordnet. Ein enges Verhältnis zur NS-Studentenschaft sollte so sichergestellt werden. Der organisatorische und personelle Schulterschluss von Reichsstudentenwerk in Berlin und der Reichsstudentenschaft schlug sich auch in der Besetzung führender Posten nieder: Der Vorsitzende des Reichsstudentenwerks bekleidete auch die Position des Reichsstudentenführers.

    Für das Studentenwerk Münster gestaltet sich die von Berlin beabsichtigte Nähe zur NS-Studentenschaft sogar räumlich. In direkter Nachbarschaft residierte neben dem Gauleiter auch der Gau-Studentenbundführer. Eine gewisse Selbstständigkeit konnte das örtliche Studentenwerk in Münster allerdings bewahren und so die Arbeit für finanzschwache Studenten fortsetzen. Die Ausgabe von Mensa-Essen mittags und abends, die Gewährung von Freitischen, eine Vermittlung von Zimmern und Arbeit, Krankenfürsorge, Landaufenthalte und Kuren speziell für an Tuberkulose erkrankten Kommilitonen standen weiterhin im Zentrum der Unterstützungsangebote.

    Ganz ohne Ideologieschulung ging es dennoch nicht. Das Studentenwerk erhielt den Auftrag, ein „freiwilliges“ Werkhalbjahr in enger Verbindung mit dem deutschen Arbeitsdienst zu organisieren. Die Forderung nach dem eigenen Arbeitslager verlief allerdings, weil nur zögerlich bearbeitet, allmählich im Sande, erinnerte sich eine damalige langjährige Mitarbeiterin des Studentenwerks Münster in einer früheren Festschrift.

    Die finanzielle Förderung der Studierenden war unter den Nationalsozialisten unterteilt in die so genannten Stufen „Kameradschaftsförderung“ für die ersten drei Semester, „Hochschulförderung“ ab dem vierten Semester und „Reichsförderung“, die die Studienstiftung des deutschen Volkes ablöste. Daneben konnten, wie bisher, kurzfristige und langfristige Darlehen gewährt werden, letztere jedoch nur für Examenssemester.

    Den Zeitgeist spiegeln die Förderungsrichtlinien wider: „Das Studentenwerk soll bedürftigen und würdigen Kameraden das Studium ermöglichen, damit auch diese zur Erneuerung der Nation und der Wissenschaft beitragen.“ Als Kriterien der Würdigkeit galten unter anderem „körperliche und geistige Vollwertigkeit unter Ausschluß einseitiger Veranlagung, charaktervolle Lebensführung, wie sie etwa in der Hitlerjugend, in der SA, in der Schule und im Arbeitsdienst zutage tritt. Studentinnen werden nur in den Studiengängen gefördert, deren Berufsziel auch Frauen zugänglich  ist.“

    Ab 1936 musste sich jeder einer gesundheitlichen Pflichtuntersuchung unterziehen, um zum Studium zugelassen zu werden. Schizophrenie, multiple Sklerose oder Epilepsie führten ebenso zum Ausschluss vom Studium wie auch schwere körperliche Missbildungen. Juden und Andersdenkende wurden schon bald nach 1933 von der Universität verbannt.

    In dieser Zeit übernahm das Studentenwerk Münster auch die Bearbeitung von Förderungs- und Darlehnsanträgen sowie Auszahlung der bewilligten Mittel an die Studierenden der  Fachschulen im Bereich Westfalen. Dazu zählten etwa die Staatliche  Ingenieurschule in Hagen, die Textilfachschule in Wuppertal, die  Ingenieurschule in Lage/Lippe oder die Tischlerfachschule in Lemgo. Hinzu kam als weitere Aufgabe die Vermögensverwaltung der inzwischen aufgelösten studentischen Verbindungen, die fast
    ausnahmslos über ein Haus in der Stadt und oftmals auch über ein Bootshaus an der Werse verfügten. Die Vermögen wurden vom Staat beschlagnahmt und nach Möglichkeit vermietet – eine zusätzliche  Aufgabe für das Studentenwerk.

  • Studentenhaus in Trümmern: 1939-1945

    Nach Ausbruch des Krieges sank die Zahl der Studierenden rapide. Schließlich blieben nur noch wenige Hundert Medizinstudenten übrig, die von der Truppe freigestellt und zum Studium abkommandiert wurden. Es handelte sich um zwei Mediziner-Kompanien, eine Heeres- und eine Luftwaffen-Kompanie, die im Collegium Borromäum und Collegium Ludgerianum untergebracht waren. Zum Essen in der Mensa erschienen diese beiden Sanitäts-Kompanien stets geschlossen – und im Gleichschritt.

    Bei Bombenangriffen im Jahr 1941 wurde das zwei Jahre zuvor erweiterte Studentenhaus am Aasee schwer beschädigt, ebenso große Teile der Mensa. An einen Wiederaufbau war mitten im Krieg nicht zu denken. Trotzdem blieb der Betrieb notdürftig erhalten. Einer erneuten Bombardierung im Herbst 1944 folgte eine Evakuierung des Studentenwerks. Zusammen mit den Kliniken und der Universitätsverwaltung ging es nach Bad Salzuflen. Im Frühjahr 1945 zerstörten weitere Bomben das Studentenhaus dann vollständig.

    Nach der Kapitulation im Mai 1945 wurde die Universität geschlossen. Eine Entlassung des in Bad Salzuflen tätigen Personals folgte. Nur ein langjähriger Buchhalter und eine Sekretärin des Studentenwerks Münster blieben, um den restlichen Betrieb abzuwickeln.

  • Neubeginn mit 1200 Studierenden: 1945

    Zum Wintersemester 1945/46 durfte die Universität Münster wieder Studenten aufnehmen. Die britische Militärregierung erlaubte die Immatrikulation von 1200 Studierenden. Das übrig gebliebene Personal in Bad Salzuflen kehrte bereits im August 1945 nach Münster zurück. Einige der zuvor entlassenen Kräfte wurden wieder eingestellt, vorerst allerdings ohne Bezüge. Die Verwaltung bezog einen Raum im Hüfferstift, der für einige Jahre als Büro dienen sollte. Bereits im Herbst 1945 fanden sich Professoren, Studierende und Förderer zusammen, um die frühere Studentenhilfe als eingetragenen Verein wieder ins Leben zu rufen.
    Nach Wiedereröffnung der Hochschulen im Herbst 1945 ging es mit der Versorgung der Studierenden zügig voran. Bereits im November 1945 konnte in den Kellerräumen des Landgerichts an der Roxeler Straße eine provisorische Not-Mensa mit 98 Plätzen eröffnet werden – mit Hilfe der britischen Militärregierung, die ohne Rücksicht auf die spätere rechtliche Regelung die eingefrorenen Guthaben des ehemaligen Studentenwerks freigab. Rund 1000 Portionen – gekocht auf einem einzigen Kohleherd – fanden täglich dankbare Abnehmer. Jeder Platz musste also zehnfach besetzt werden. So erklärt sich ein gern zitierter Studentenreim aus dieser Zeit: „Hier wird nur geschluckt und Platz gemacht, draußen wird gekaut und nachgedacht.“ Wer direkt nach dem Zweiten Weltkrieg studieren wollte, musste übrigens erst beim sechsmonatigen Aufräum- oder  Ausgleichsdienst tatkräftig mit anfassen, um die Zulassung zum Studium zu erhalten. Dies galt auch für die damals noch wenigen Studentinnen.

    Lebensmittel waren direkt nach Kriegsende bekanntermaßen rationiert. Der Verkauf von Essensmarken konnte somit nur gegen Abgabe von Lebensmittelmarken erfolgen, für die die Studentenhilfe beim Landesernährungsamt in Unna dann Lebensmittelbezugsscheine erhielt. Studierende aus ländlichen Bereichen – sofern diese nicht über Lebensmittelmarken verfügten – brachten häufig Naturalien mit. Neben der Essensausgabe in der Mensa an der Roxeler Straße zog es bedürftige Studenten ins Frankonenhaus an der Himmelreichallee. Dank einer Spende aus Schweden gab es hier an vier Tagen in der Woche einen kostenlosen Eintopf. Auch aus den USA kamen großzügige Lebensmittel- und Kleiderspenden, auch Norwegen und Irland schickten Lebensmittel.

  • Vom Bunker ins Studentenhaus am Aasee: 1948

    Wohnen stellte im zerstörten Münster nicht nur Studierende vor ein Problem. Es war die Zeit der Notunterkünfte in Bunkern, Baracken und Kasernen. In einem feuchtkühlen Luftschutzbunker in Gievenbeck fanden beispielsweise 80 Studenten – je zwei in einem sieben Quadratmeter großen, fensterlosen Raum – eine notdürftig eingerichtete Bleibe. 50 Studentinnen wohnten in alten, zugigen Wehrmachtsbaracken auf dem Gelände von Schloss Buldern. Studenten und Studentenfamilien bezogen die ehemalige Reiterkaserne, den heutigen Leonardo-Campus an der Steinfurter Straße, und das Frankonenhaus.

    Mit der Einrichtung und Verwaltung dieser vier Behelfswohnheime nach dem Zweiten Weltkrieg übernimmt die Studentenhilfe Münster übrigens erstmals in ihrer Geschichte diese Aufgabe. Als seine ordringlichste Aufgabe sah der Vorstand der Studentenhilfe Münster den Wiederaufbau des zerstörten Studentenhauses am Aasee an.

    Unter schwierigsten Umständen begann bereits 1946 der Wiederaufbau. Am 18. Dezember 1947 wurde das Richtfest gefeiert, die Wiedereröffnung folgte pünktlich zum Beginn des Wintersemesters am 8. November 1948. Das Kultusministerium des Landes hatte eine Finanzierung bis zur Höhe von 100.000 Reichsmark bewilligt. Alles Weitere konnte über Spenden – sowohl Geldmittel als auch Baumaterialien – sichergestellt werden.

    Das Haus wartete nach Fertigstellung mit mehreren Gemeinschaftsräumen auf: ein großer Festsaal mit Bühne, ein zum Aasee gelegener Terrassensaal, die „Westfalenstuben“ und die „Münsterstube“ mit Biertheke. Diese Räume nutzte das Studentenwerk mittags und abends als Essensräume. Im Obergeschoss befanden sich wieder Bibliothek und Lesesaal sowie ein vorgelagertes Kaminzimmer und die Verwaltungsräume. Auch ein Heimleiterehepaar, zuständig für die Betreuung der im Dachgeschoss untergebrachten 50 Studenten, wohnte hier ebenso wie der Hausmeister.

    Diese Wohnheimplätze, erstmals bezogen im Jahr 1949, waren übrigens die ersten in einem studentenwerkseigenen Haus. Noch im gleichen Jahr folgte die Einrichtung des Studentinnenwohnheims „Lindenhof“ mit 59 Doppelzimmerplätzen. Im April 1950 bezogen Studierende die 33 Doppelzimmerplätze im Wohnheim  „Gartenhaus“, das auf dem hinteren Grundstück der Bismarckallee 11 lag. Die Notunterkünfte konnten damit endgültig aufgegeben werden.

  • Umbenennung in Studentenwerk Münster e.V.: 1953

    Einen wichtigen Schritt für die Geschichte des Studierendenwerks Münster markiert die Übergabe des Trümmergrundstücks Bismarckallee 3-5. Dort – in direkter Nachbarschaft zum Studentenhaus – stand einst das Gauhaus der NSDAP. Mit der feierlichen Übergabe der Stiftungsurkunde der Stadt Münster ging das Areal in das Eigentum der Studentenhilfe über. Zwei Studentenwohnheime, das „Aaseehaus-Kolleg“ und das „Westfalenhaus“, entstanden dort. Am 1. Oktober 1952 konnte das Aaseehaus-Kolleg mit 107 Plätzen feierlich eingeweiht werden, die Eröffnung des Westfalenhauses mit weiteren 108 Plätzen folgte am 1. April 1953.

    Gleichzeitig gab man das als Wohnheim genutzte Frankonenhaus auf. 1953 ist auch das Jahr, das für die Namensgebung des Vereins einen Schnitt brachte: Die Studentenhilfe Münster wurde umbenannt in „Studentenwerk Münster e.V.“.

  • Der Sozialauftrag prägt die Geschäftspolitik: 1994

    Die Novellierung des Studentenwerksgesetzes 1994 war gleichzeitig Grundlage, Anreiz und  Verpflichtung,  mit der das sich Studentenwerk erst zu einem wirklich modernen Dienstleistungsunternehmen weiterentwickeln konnte. Allein mit der Umstellung von einer Fehlbetrags- auf eine Festbetragsfinanzierung und durch die Einführung des Kriteriums „Umsatz pro Student“, war eine Neuausrichtung der Geschäftstätigkeit gefordert, die mehr auf Wachstum, Eigeninitiative der Studierendenwerke und auf Diversifikation des Angebotes setzte. Das Land NRW zog sich gleichzeitig nicht nur sukzessive aus der allgemeinen Zuschuss-Finanzierung zurück sondern tätigte seit Mitte der 90er-Jahre nur noch in Ausnahmefällen Investitionen.

    Prinzipiell erhielt das Studentenwerk Münster mit der Gesetzesnovellierung von 1994 eine bedingte unternehmerische Freiheit. Die Rahmenbedingungen mit einem bis dato unzureichend marktfähigen Angebot an Wohnraum und Verpflegungsdienstleistungen waren allerdings alles andere als günstig. Zu dieser Zeit konnte zunächst mit veralteter Produktions- und Servicetechnik in den Mensen, Cafeterien und  Erfrischungsräumen ein nur wenig ausdifferenziertes Angebot offeriert werden. Auch der Sanierungsstau für die Wohnanlagen war erheblich. Die neu gesetzten unternehmerischen Ziele konnten nur mit der Modernisierung der Einrichtungen erreicht werden. Mit den nötigen Eigen-Investitionen in Millionenhöhe und dem Aufbau neuer Geschäftsfelder im Tagungs- und Übernachtungsbereich  und neuen Gastronomiedienstleistungen gelang es, das Studentenwerk Münster wettbewerbsfähiger zu machen.

    Die neu gesetzten Ziele erforderten eine besonders kreative Geschäftspolitik, mit der trotz der wirtschaftlichen Handlungsprämissen konsequenter Markt- und Kundenorientierung, intensiver Personalentwicklung und Qualitätssicherung, letztlich in keinem Fall der originäre Sozialauftrag aus dem Blick verloren gehen durfte. Denn eines darf man nicht vergessen: Studentenwerke sind zwar Dienstleistungsunternehmen, sie erfüllen in der Rechtsform von „Anstalten öffentlichen Rechts“ aber  einen gesellschaftlichen Sozialauftrag des Landes Nordrhein-Westfalen. Dass Vertreter der Studierenden und der Hochschulen in die beschlussfähigen Organe eingebunden sind und unmittelbar an der Konzeption des Leistungsangebots mitwirken können, gewährleistet eine Ausrichtung der Geschäftspolitik, die darauf fokussiert ist, Dienstleistungen in den Bereichen Hochschulgastronomie, Wohnen, Studienfinanzierung, Kinderbetreuung und Sozialberatung auch morgen noch im Rahmen eines echten Sozialauftrags zu erbringen.

    Ab 1994 flossen allein in den Umbau und in die Modernisierung der Produktions- und Serviceeinrichtungen der Mensen und damaligen Erfrischungsräume rund 13,1 Mio. Euro an Eigeninvestitionen. Seit Mitte der 90er-Jahre musste sich das Studentenwerk Münster zudem auf die veränderten Ansprüche seiner Kunden einstellen. Jüngere Studentengenerationen wollten nicht mehr das zehn Quadratmeter große Einzelzimmer mit sanitären Gemeinschaftseinrichtungen bewohnen.

    Die Folge waren Leerstände in den nicht mehr zeitgerechten Wohnheimen aus den 60er- und 70er-Jahren. Der Trend ging seitdembis heute in Richtung großzügiger geschnittener und besser ausgestatteter Wohnungen und Einzel- oder Doppel-Appartements mit eigener Küche und Bad. Als Reaktion auf den immensen Investitionsstau und der sehr geringen Anteilsfinanzierung des Landes NRW waren im Zeitraum 1994- 2016 Eigeninvestitionen in den Wohnbereich von rund 89,8 Mio. Euro notwendig.

  • Unkonventionelle Konzepte sind gefragt: 2000 bis 2012

    Mit einer Reihe von neuen und unkonventionellen Konzepten engagierte sich das Studentenwerk seit vielen Jahren selbst – z. B. über Maßnahmen zur Entlastung des Haushalts  – für den weitgehenden Erhalt der Preisstabilität der sozialen Dienstleistungen. In den Jahren 1998, 2000 und 2003 wurden mit der umfangreichen Modernisierung der zwei großen Mensen am Aasee und am Ring gleich auch zwei Ladenzeilen mit Servicepoints von Krankenkassen, Copystores, Frisörgeschäften und Reisebüros eingerichtet. Die mit der Vermietung einhergehenden Einnahmen dienten der anteiligen Refinanzierung der Modernisierung und gleichzeitig wurde das Serviceangebot für die Studierenden komplementär erweitert. In beiden Mensen wurden zudem auch zwei veraltete Cafeterien mit dem Uferlos und Viva Sport & Culture Café zu zwei modernen gastronomische Betrieben umgebaut. Mit dem Uferlos wurde in Anbindung an die Mensa am Aasee ein großer Gastronomiekomplex geschaffen, der sich durch sein abwechslungsreiches Angebot bei Studierenden und Hochschulangehörigen einen exzellenten Ruf erworben hat.

    Drei Best-Practice-Beispiele verdeutlichen zudem die unkonventionelle Form der Reaktionen auf den Investitionsstau im Wohnbereich.

    Gebäude an der Scharnhorststraße 10 (Aussenaufnahme) Foto: MünsterView / Heiner Witte

    Foto: MünsterView / Heiner Witte

    Eine Public-Private-Partnership-Konzeption ermöglichte den 2004 fertiggestellten Neubau der Wohnanlage Scharnhorststraße 10, die ausschließlich Studentinnen beherbergt. Statt das mehr als 60 Jahre alte Gebäude teuer und ohne eine nachhaltige Wertsteigerung oder eine perspektivische Attraktivitätssteigerung zu renovieren, wurde der Neubau ohne öffentliche Zuschüsse mit einem Investor realisiert. Die Vorteile: Das Grundstück blieb im Besitz des Studierendenwerks und die Bauausführung erfolgte nach Vorgaben des Studierendenwerks, das auch für Erhaltung und Bewirtschaftung zuständig ist.

    Die Risikoabsicherung liegt beim Investor, der eine Rückkaufoption nach Ablauf der Vertragslaufzeit gewährt. Zentrumsnah entstand so eine Wohnanlage mit modernstem Ambiente, deren Appartements heiß begehrt und seit der Eröffnung permanent voll vermietet sind.

    In Anlehnung an dieses PPP-Modell fand sich eine Lösung, auch die Studentenwohnanlage Wilhelmskamp nach fast 40-jähriger Nutzung ohne öffentliche Zuschüsse unter Beteiligung eines Investors in Form eines so genannten „sale and lease back“ umfangreich zu sanieren und mit Blick auf Wohnform und Ausstattung ebenso zukunftsfähig zu modernisieren. Im März 2007 bezogen Studierende neben Einzelzimmern auch neu zugeschnittene Appartements und WGs.

    Auch das Projekt Bismarckallee 47-51 steht für den kreativen Umgang mit den äußeren Rahmenbedingungen. Das Prinzip lautete schlicht „vorne finanziert hinten“ und verhinderte den Totalverlust von gleich drei Wohnheimen aus den 60er- und 70er-Jahren. Allein eine Komplettsanierung der Häuser in bester Aasee-Lage hätte einen zweistelligen Millionenbetrag verschlungen. Denn Heizungen, Fenster, Küchen- und WC-Anlagen, Leitungen und die Fassade waren derart marode, dass die Wohnanlage den Winter 2006 ohne eine wirtschaftlich eigentlich wenig sinnvolle Komplettsanierung nicht überstanden hätte. „Die daraus resultierenden Mietpreissteigerungen hätte kein Studierender tragen können. Wir waren also geradezu zu Kreativität und Mut zum Risiko gezwungen”, formulierte es damals der kaufmännische Leiter des Studierendenwerks, Achim Wiese.

    Komplementär: Gästehaus und Tagungsangebote
    Schon 2004 entstand mit der Projektidee für die Bismarckallee 47-51 das Konzept, neben attraktivem Wohnraum gleichzeitig das ab 2002 erschlossene komplementäre Geschäftsfeld „Tagen und Übernachten“ um ein zweites Gästehaus, das heutige „SeeZeit“, zu erweitern.

    Foto: Münsterview/Tronquet

    Foto: Münsterview/Tronquet

    Die zu erwartenden Einnahmen dienten und dienen zur Refinanzierung der Modernisierung der studentischen Wohnanlage im hinteren Bereich. Im vorderen Bereich des Gebäudekomplexes entstanden zudem 56 am freien Markt vermietete Wohneinheiten mit Balkon zum See, dazu rückwärtig preiswerte Gästehaus-Zimmer des SeeZeit sowie weitere neue Einzelzimmer und Appartements für Studierende.

    Rückblickend hat sich die Investition gelohnt: Sämtliche Wohneinheiten sind vermietet und das SeeZeit erzielt seit 2008 eine überdurchschnittliche Auslastung. Die Idee für einen Gästehausbetrieb entstand bereits beim Umbau des Westfalenhauses (Bismarckallee 3) und des mit 8m² -Zimmern nicht mehr zeitgemäßen und zudem auch wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll sanierungsfähigen Studentenwohnheim Aaseehaus (Bismarckallee 5).

    Schon lange bestand in der Geschäftsführung der Wunsch, die Verwaltungsbereiche des Studentenwerks zu zentralisieren. Auch dieses Ziel konnte dann zwischen 1995 und 2002 mit dem sukzessiven Umbau der beiden Häuser erfolgreich umgesetzt werden. Nachdem die Geschäftsführung und die Verwaltung die Räume im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss des Aaseehauses bezogen hatten, war der Bereich der zweiten Etage und des Dachgeschosses nach geltenden Brandschutzbestimmungen weder architektonisch noch wirtschaftlich oder logistisch sinnvoll in studentischen Wohnraum umzuwandeln. Schon lange wurde hingegen der Wunsch der Universität nach einem weiteren Gästehaus auch im Verwaltungsrat des Studentenwerks diskutiert. Mit dem Umbau der zweiten Etage und den Ausbau des zuvor nicht genutzten Dachgeschosses konnte das Studentenwerk mit dem dort errichteten ersten Gästehaus unter Regie des Studierendenwerks der  „agora: am Aasee“ auch konstruktiv begegnen.

  • Zukunftsträchtige Entscheidungen: 2012 bis 2016

    Im Jahre 2012 wurde „agora: am Aasee“ nochmals nachfragegerecht umgestaltet. Die Notwendigkeit einer Fassadensanierung des auf Pfählen gegründeten alten Gebäudes Bismarckallee 5 führte zu der kreativen Idee, die notwendige Teilsanierung gleich mit dem Bau eines neuen Frühstücksraums zu verbinden. Die vorgebaute und durch Säulen gestützte Terrasse bietet seit September 2012 einen wunderbaren Blick auf den Aasee. Der neue Frühstücksraum, der auch intensiv für interne Veranstaltungen des Studierendenwerks genutzt wird, stellt einen überaus attraktiven Zugewinn für die Gäste dar – und setzt auch gleichzeitig einen besonderen architektonischen Akzent an der Bismarckallee.

    Das preislich günstige 3-Sterne-Superior-Haus verfügt über 26 klassisch-modern eingerichtete Zimmer. Das Haus im angenehmen Design ist nicht nur bei Tagungsgästen beliebt. Das Studententenwerk bietet Hochschulangehörigen und Studierenden Sonderkonditionen an. Seit der Eröffnung erreicht das Gästehaus  eine überdurchschnittlich hohe Auslastung. Nur wenige Schritte entfernt bietet das Studentenwerk an der Bismarckallee 11 B „agora: der Ort für Tagungen am Aasee“ seit 2002 vielfältigen Raum für Fachtagungen, Schulungen, Seminare und Empfänge. Ein Angebot, mit dem vor allem öffentliche Institutionen oder Träger für Aus- und Weiterbildung die richtige Umgebung für ihre Veranstaltungen finden.

    Aus den Doppelabiturjahrgängen ab 2012 und der erneuten Novellierung des Studentenwerksgesetz (SGV) in 2014 resultierten für das Studentenwerk weitere, nicht unerhebliche Belastungen. Im Studienjahr 2013 (Sommersemester 2013 und Wintersemester 2013/2014) nahmen nach ersten vorläufigen Ergebnissen 506 600 Studienanfängerinnen und -anfänger ein Studium an Hochschulen in Deutschland auf. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, stieg die Zahl der Erstsemester damit im Vergleich zu 2012 um 2 % und erreichte nach dem Rekordwert des Jahres 2011 (518 700) den zweithöchsten Stand, der jemals erzielt wurde.

    Allein in NRW stieg die Anzahl der Studierenden im Studienjahr 2013 gegenüber dem Studienjahr 2012 um 7, 9 %. Da Münster ein attraktiver Studienstandort ist, stellten die steigenden Studierendenzahlen das Studentenwerk Münster, gerade auch vor dem Hintergrund des nahenden Totalausfalls von gleich zwei Wohnanlagen mit damals über 1.000 Plätzen, vor ganz besondere Herausforderrungen. Hier mussten zwei Wohnanlagen, die nach fast 40 Jahren Nutzung nicht mehr sinnvoll saniert werden konnten, sukzessive abgerissen und zeitgleich den Mieterinnen und Mietern auch möglichst sozialverträglich mit einer feinjustierten Bauzeitenplanung Ersatzwohnraum angeboten werden.

    Mit der Errichtung der neuen Wohnanlage Horstmarer Landweg die in 2012 /2013 fertiggestellt wurde und durch den Neubau der Wohnanlage Boeselagerstr.  (Fertigstellung Mai 2014) gelang dies in hervorragender Form. In diesen beiden Wohnanalagen finden heute 843 Studierende ein neues und zeitgemäßes, preiswertes und attraktives Zuhause auf Zeit. Mit der neuen Studenten-Wohnanlage Boeselagerstraße  wurde die derzeit (Stand 2016)  größte Passivhaussiedlung Europas errichtet.  Im Rahmen eines Landeswettbewerbs NRW für innovative Wohnformen in 2009 in Entwurfsform prämiert, bietet die neue Passivhaussiedlung, die nach Entwürfen des Architekturbüros Kresings erstellt wurde,  jetzt in vier differenziert gestalteten Baublöcken attraktiven Wohnraum für Wohngruppen mit 3 oder 5 Personen, aber auch für Einzelpersonen und studentische Paare mit hoher Wohnqualität und flexiblen Grundrissen.

    Mit dem Studierendenwerksgesetz (SGV) vom 16. September 2014 hat der Gesetzgeber festgelegt, dass alle Studentenwerke in NRW künftig eine geschlechtsneutrale Bezeichnung tragen müssen. Der Anlass für die Umbenennung ergab sich aus dem gesetzlichen Auftrag der Studierendenwerke, für die Studierenden in Nordrhein-Westfalen Dienstleistungen auf sozialem und wirtschaftlichem Gebiet zu erbringen. Derzeit sind rund 50 Prozent aller Dienstleistungsempfangenden weibliche Studierende. Der Gesetzgeber hat mit dem Studierendenwerksgesetz NRW festgesetzt, dass sich diese Realität der Geschlechterverteilung auch in der Bezeichnung der Organisationen wiederfindet.

    Aus dem generischen Maskulinum „Studentenwerk“ wurde entsprechend § 4 LGG die geschlechtsneutrale Bezeichnung „Studierendenwerk“. Es handelt sich hierbei um eine eindeutige Entscheidung des Gesetzgebers zur Verwendung einer geschlechtsneutralen Personenbezeichnung im Rahmen der Organisationsbezeichnung. Entsprechend hat sich das „Studentenwerk Münster“ satzungsgemäß verankert in „Studierendenwerk Münster“ umbenannt. Der Umbenennungsprozess, für den der Gesetzgeber eine großzügige Übergangsfrist bis Ende 2017 eingeräumt hat, dauert noch an. Nach Änderung der flüchtigen Medien im Printbereich und dem gerade realisierten Relaunch der Webseiten wird das Gebäudeleitsystem derzeit auch sukzessive vollständig aktualisiert.