Im Deutschen Bundestag sagte die Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) am Mittwoch, den 22. April 2026, mit Blick auf das BAföG, in Deutschland müssten alle den Gürtel enger schnallen. Ein Nebenjob schade nicht.
Dazu erklärt Matthias Anbuhl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks (DSW):
„Der politischen Diskussion um das BAföG tun Fakten gut. Deshalb ist festzuhalten:
- Rund die Hälfte der Studierenden mit eigenem Haushalt verfügt im Monat über weniger als 930 Euro.
- Ein durchschnittliches WG-Zimmer in Deutschland kostet 512 Euro. Die Wohnkostenpauschale beim BAföG liegt derzeit bei 380 Euro.
- Studierenden geben 53 Prozent ihrer Einnahmen für die Miete aus, bei Azubis sind es immerhin noch 41 Prozent, beim Durchschnitt der Bevölkerung sind es 25 Prozent. Auch hier ist die Quelle das Statistische Bundesamt
- Laut der jüngsten Sozialerhebung zur wirtschaftlichen und sozialen Lage von Studierenden, die das Bundesforschungsministerium mit herausgegeben hat, arbeiten 2 von drei Studierenden neben dem Studium. Im Schnitt 15 Stunden pro Woche. Erhebungen zeigen, dass bei mehr als 10 Stunden pro Woche der Studienerfolg beeinträchtigt sein kann.
- Fast zwei von drei Studierenden sind laut amtlichen Statistiken mit ihren monatlichen Mietzahlungen finanziell überfordert.
Wie soll man mit Blick auf diese Zahlen den Gürtel enger schnallen. Wer weniger als 930 Euro im Monat hat, lebt in aller Regel prekär. Das Budget ist auf Kante genäht und diese Naht droht nun zu platzen. In ihrer Hightech-Agenda will sich die Bundesregierung für die Fachkräftesicherung einsetzen. Die Studierenden von heute, sind aber die Ingenieure, Ärzt*innen, KI-Expert*innen, Lehrkräfte von morgen. Studienabbrüche aus Geldmangel kann sich unsere Gesellschaft nicht leisten.
Das In-Kraft-Treten der BAföG-Novelle zum kommenden Wintersemester ist mittlerweile massiv gefährdet. Spätestens seit Anfang Dezember 2025 liegt eigentlich ein von den Fachexpert*innen der Bundesregierung geeinte BAföG-Novelle vor. Seither steckt das Vorhaben zwischen Bundesforschungsministerium und Bundesfinanzministerium fest. Es ist höchste Zeit, dass Dorothee Bär und Lars Klingbeil ihre nunmehr knapp fünf Monate währende Diskussion über die Finanzierung des BAföG-Novelle zu einem guten Ergebnis führen würden. Viele Studierende haben existenzielle Sorgen und Schwarz-Rot darf das nicht länger ignorieren. Zur Erinnerung: Die geplante Anhebung der BAföG-Wohnkostenpauschale würde in diesem Jahr 67 Millionen Euro kosten, zwei Monate Tankrabatt sind knapp 25-mal so teuer. Schwarz-Rot muss das BAföG-Versprechen einhalten.“
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